Fiona

Fionas Steam Maschine (Fiona)


Besitzer: Ruth und Jennifer Böhm
Farbe: Schecke (schwarz weiß)
Geboren: 1997
Gestartet: EWU (Hessen)

Die größten Erfolge (vom Start 2013 in LK5 bis 2017, LK1):

EWU LK2 Hessentrophy Sieger Showmanship
EWU LK2 Hessentrophy Vize- Allround Champion
EWU LK2 Hessentrophy Vize Ranch-Riding Sieger

Erste Qualifikation für die German Open 2016 in der Showmanship

EWU LK3 Hessentrophy 3. Platz Horsemanship

E-Stilspringen 3.Platz mit einer Note von 7,6

Alles begann im Jahr 2004. ..
Wir waren auf dem Weg zu einem Reitsportgeschäft um mir noch eine Gerte für die Reiterferien zu kaufen. Und da hing eine kleine Anzeige mit einem Bild von einem kleinen schwarz-weißen Tinker. Ich war zu dem Zeitpunkt 9 Jahre alt und habe dieser Anzeige kaum Beachtung geschenkt.

Ich war 2 Wochen in den Reiterferien, habe dort meinen Basis- und Reiterpass abgelegt, mich in ein Schulpferd verliebt und war vollkommen happy, denn Reiterferien sind ja was super Tolles!

Nach diesen 2 Wochen wurde ich natürlich auch wieder abgeholt- allerdings mit Pferdeanhänger?! Ich hatte schon gehofft, dass meine Eltern mir das Schulpferd kaufen.. Mädchentraum halt..aber Mama meinte dann nur: „Wir müssen nochmal zu Ikea, keine Sorge“.

So war es dann aber natürlich nicht... Keine Stunde später waren wir bei einer Familie im Garten, wo klein Fiona schon auf uns gewartet hat. Und was soll ich sagen? Das war Liebe auf den ersten Blick!

Als ich sie dann zum ersten Mal geritten bin der Schock - das Pferd kann einfach nichts!

Sie ließ sich nicht trensen, hat es gehasst am Kopf angefasst zu werden, hatte panische Angst vor Gerten und sie konnte nur Linksgalopp, Schritt und Trab. Longe kannte sie keine und Rückwärtsgehen war auch ein Fremdwort!

Nach und nach nahmen wir immer mehr Unterricht, ich habe an Chiron-Springkursen teilgenommen und dann folgte das erste Turnier im Jahr 2007. Ich konnte mich im E-Stilspringen mit einer 7,6 auf dem 3. Platz platzieren. Danach folgte ein normales E-Springen. Da war die Luft dann aber komplett raus und wir haben so ziemlich jeden Sprung mitgenommen den man mitnehmen konnte…

Die Zeit verging, ich kam in die Pubertät und hatte natürlich zich andere Dinge im Kopf als das Pferd... Mama hatte zu dem Zeitpunkt ihren Andalusier Hengst Kenzo und stand dann dort mit 2 Pferden die bewegt werden wollten.

So „alleingelassen“ kam sie zu dem Entschluss Kenzo zu verkaufen, er ging dann in die Hände einer guten Freundin, wo er auch bis zu seinem letzten Tag geblieben ist. Ruhe in Frieden Moppel!

Mama war schon immer vom Westernreiten begeistert und für sie war klar: mit einem Tinker wird das nichts….(Vorurteile olé).. Also fuhr Mama zur Anlage ihres damaligen Trainers um sich eine Quarter Horse Stute anzuschauen. Obwohl ich kaum noch im Stall war, konnte ich den Gedanken nicht ertragen, dass Fiona verkauft wird... und siehe da - der Funke ist bei der QH Stute nicht übergesprungen…und wie es so sein sollte, wurde Mama an diesem Tag von einem Pferd getreten und schwupps- Kreuzband durch. Reiten war also erstmal nicht erlaubt. Somit kam Fiona in Beritt zu Mamas Trainer und siehe da- das kleine Fleckvieh hat doch ordentlich was drauf.

Mama machte viele Kurse, nahm Unterricht und hat immer weiter mit Fiona gearbeitet. 2012 kam dann der Wunsch auf, es auch mal auf Turnieren zu versuchen...Wir rechneten uns aber keine großen Chancen aus. 2013 war dann das erste Jahr in der LK5.

Das erste richtige Westernturnier! Das Wetter war schlecht, das Auto fuhr sich samt Anhänger fest und wir mussten die frisch polierte Fiona mitten in einer schlammigen Wiese abladen. Na ganz toll!

In der allerersten Showmanship ihres Lebens hat Mama vergessen zu grüßen… Ansonsten wäre es der erste Platz gewesen… Aber seitdem ist ihr das nie mehr passiert! An diesem Tag konnte sie aber alle anderen Prüfungen rocken und wurde so zum ersten Mal Allround-Champion.

2014 starteten die Beiden dann in der LK4. Doch dann der Knall- Fiona ließ sich nicht mehr mit dem Anhänger fahren. In jeder Kurve fiel sie hin und Turniere schienen unmöglich zu werden…Durch einen Umbau des Anhängers und Fahrtraining konnten sie dann aber 2015 in der LK3 starten durch die sie auch nur so „durchmarschiert“ ist.

2016 ging es dann weiter in der LK2. Was soll ich sagen? Sie hat es tatsächlich geschafft in die LK1!! zu kommen. Es gab bisher kein einziges Turnier wo Mama mit unter 2 Schleifen nach Hause gefahren ist und ich glaube das sagt so einiges aus.

Ein lustiger Moment war der, als ich gefragt wurde, ob wir denn schon ein Nachwuchspferd hätten, da Fiona ja mit ihren 19 Jahren schon alt sei. Ich dachte ich höre nicht richtig… Fiona ist so fit wie nie und wird mit Sicherheit nicht einfach ersetzt! Dann hört Mama lieber auf mit dem Turniersport!

Mamas größtes Ziel war es in die LK3 zu kommen und sich dort zu halten, da sie es sich nie zugetraut hätte, bei den „ganz Großen“ mitzureiten. Aber die Ergebnisse sprechen für sich.

Unendlich stolz war ich, als Mama die Qualifikation für die German Open in der Showmanship komplett hatte. Es war zwar von Anfang an klar, dass wir dort nicht hinfahren werden (aufgrund von Fionas Anhängerproblemen und Mamas begrenzter Zeit) aber es war ein tolles Gefühl zu wissen, dass man die Chance gehabt hätte dort zu starten!

Mama, ich bin so unglaublich stolz auf dich, das lässt sich nicht in Worte fassen. Es gibt für mich nichts schöneres, als zu sehen, dass deine harte Arbeit belohnt wird und wir die „Vorurteile“ zu den ja angeblich so faulen, ungepflegten und stinkigen Tinkern nicht bestätigen können. Ganz im Gegenteil, du hinterlässt immer einen bleibenden Eindruck bei den Zuschauern. Danke, dass du Fiona nie aufgegeben hast und sie nun das wirklich schönste Pferdeleben bei uns hat.

Mach weiter so, ich steh jedes Wochenende für Dich auf und bin Dein TT! ♥